Mali: Forderungen nach einem Verbot stossen auf Widerstand

Aufruf zur Demonstration anlässlich des 22. August

Mali verfügt als eines von wenigen Ländern über keine strafrechtlichen Bestimmungen, die FGM/C verbieten. Zivilgesellschaftliche Organisationen setzen sich unermüdlich für ein Verbot ein. Sie stossen auf heftige Gegenwehr, wie eine von Befürwortern lancierte Gegenkampagne zeigt.

Mali weist eine der höchsten FGM/C-Raten weltweit auf: 89% der Mädchen und Frauen im Alter von 15-49 Jahren sind von einer weiblichen Genitalbeschneidung betroffen. Zugleich ist Mali eines der wenigen Länder, welches kein strafrechtliches Verbot von FGM/C kennt. Meist scheiterten die verschiedenen Gesetzesinitiativen am Widerstand religiöser Führer. Zwar wurde im Dezember 2024 ein Gesetz zur Bestrafung von geschlechtsspezifischer Gewalt eingeführt – doch die malische Regierung hat bis zum heutigen Zeitpunkt nicht bestätigt, dass FGM/C in den neu geschaffenen Straftatbeständen miteingeschlossen ist. 

Verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen veranstalteten am 22. August eine Demonstration, um ihrer Forderung nach einem strafrechtlichen Verbot Nachdruck zu verleihen, und plädieren zugleich dafür, den 22. August künftig als nationalen Tag gegen FGM zu proklamieren. Zeitgleich wurde von der Gegenseite eine Kampagne in den sozialen Medien und im Internet lanciert. Diese stützte sich auf mehrere Werbeplakate, auf denen die angeblichen Vorteile einer FGM/C angepriesen werden: die Praxis diene dazu, junge Mädchen zu schützen und ihre soziale und eheliche Zukunft zu sichern. Die malische Zivilgesellschaft reagierte darauf empört und reagierte mit einer Gegenkampagne.

In Mali ist der politische Wille, dem Anliegen Priorität einzuräumen, gering. Der gesellschaftliche Rückhalt für die Aufrechterhaltung der Praxis ist nach wie vor sehr gross. Zugleich gibt es wenige Unterstützungsangebote, um Mädchen zu schützen und die Versorgung von Betroffenen zu gewährleisten. Das Risiko für geschlechtsspezifische Gewalt ist zudem aufgrund der volatilen Sicherheitslage, geprägt durch bewaffnete Konflikte, zunehmende Fluchtbewegungen und klimatische Extremwetterereignisse, hoch.

Mali: Forderungen nach einem Verbot stossen auf Widerstand

Dokumente/Links


Weitere Informationen auf BBC Afrika: https://www.bbc.com/afrique/articles/c4g3nr40drwo 

https://www.maedchenbeschneidung.ch/netzwerk/aktuelles/artikel/mali-forderungen-nach-einem-verbot-stossen-auf-widerstand

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26.08.2026