Der letzte Artikel einer im April 2026 veröffentlichten Studie untersucht das Wissen, die Einstellungen und die Praxis von Gesundheitspersonal im Umgang mit Frauen und Mädchen, die von FGM/C betroffen sind. Die Ergebnisse zeigen: Zwar verfügen viele Fachpersonen über grundlegendes Wissen zum Thema, im klinischen Alltag fehlt es jedoch häufig an konkreten Handlungskompetenzen und Strukturen.
In der Schweiz leben schätzungsweise rund 24'600 Mädchen und Frauen, die von FGM/C betroffen sind. Die Forschenden Christina X. Marea, Yara Bazzoun, Nicole Warren, Nancy Perrin und Jasmine Abdulcadir gingen der Frage nach, wie gut Gesundheitspersonal an Schweizer Universitätsspitälern auf die Betreuung dieser Patientinnen vorbereitet ist. Die Studie mit dem Titel «Knowledge, Attitudes, and Practices for Care of Women and Girls With FGM/C – A Survey of Health Workers at Swiss University Hospitals» zeigt eine deutliche Lücke zwischen vorhandenem Wissen und dessen Umsetzung in der Praxis. Besondere Herausforderungen bestehen beim Einsatz von Dolmetschenden, bei der psychologischen Betreuung und Weitervermittlung von Betroffenen sowie bei der klinischen Dokumentation. Die Autor*innen empfehlen deshalb, kompetenzbasierte Ausbildungsangebote stärker in die Aus-, Weiter- und Fortbildung von Gesundheitspersonal zu integrieren. Dadurch könnte die Qualität der medizinischen Versorgung von Frauen und Mädchen mit FGM/C verbessert werden. Die dreiteilige Studie wurde vom Bundesamt für Gesundheit und dem Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz mitfinanziert.
https://www.maedchenbeschneidung.ch/netzwerk/aktuelles/artikel/neue-studie-untersucht-die-behandlung-von-frauen-und-maedchen-mit-fgmc-in-schweizer-universitaetsspitaelern
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